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"Ein Bild sagt mehr ...

... als 1000 Worte." - Mit diesem Satz werden Texterinnen und Texter immer wieder konfrontiert – und natürlich kann ich ihn nicht einfach so im Raum stehen lassen. Warum auch soll man Bild und Text gegeneinander ausspielen: Für die wirkungsvolle Kommunikation braucht es das fruchtbare Miteinander beider Ausdrucksmittel.

Oh, aber man hat es schon erlebt: Da gibt es Art-Direktorinnen und Grafik-Designer, die im tiefsten Innern ihres Herzens einem Text, der über eine kurze Headline oder kleine Bildunterschrift hinausgeht, jede Existenzberechtigung absprechen. Im Namen von Ästhetik und Design setzen Sie an zu wahrhaftigen Streichorgien, und würde man sie nicht bremsen, sie liessen von einem Text nichts übrig als ein paar einzelne Aufzählungspunkte mit Stichworten.

Andererseits – ich gebe es zu – kämpfen Texterinnen und Texter manchmal um Worte und Zeilen, als ginge es ums Lebendige und als ob der Inhalt der gesamten Botschaft verloren

wäre, würde auch nur eine Silbe gestrichen. Und wehe, in der Hitze der Auseinandersetzung fällt der ungeheuerliche Satz: «Ach komm; den Text liest ja sowieso keiner!» - dann kann das die empfindsame Seele eines Texters so sehr zerrütten, dass auch der grösste Atheist unter ihnen hysterisch ausruft: «Aber schon in der Bibel steht doch geschrieben: Am Anfang war das Wort.»

Nun; auf die Bibel will ich mich nicht gerade berufen, aber wenn auch Sie meinen: «Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte», antworte ich: Schön und gut, aber sagen Sie das mal mit einem Bild ...

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